
Die Befruchtung
Was Paare darüber wissen sollten
Um die Befruchtung, also den Anfang eines jeden Menschen, möglich zu machen, müssen verschiedene Faktoren zusammen kommen. Eine Samenzelle muss zum richtigen Moment und am richtigen Ort auf die Eizelle treffen und zu ihrem Kern durchdringen, dann ist es geschafft. Aber wann ist der richtige Moment?
Der weibliche Zyklus
Im Durchschnitt ist der weibliche Zyklus 28 Tage lang, kann aber von Frau zu Frau variieren. Der erste Tag der Monatsblutung wird als erster Tag des gesamten Zyklus‘ gezählt. Von diesem Zeitpunkt rechnet man bei einem gleichmäßigen, vierwöchigen Ablauf 14 Tage hinzu und erhält das ungefähre Datum des Eisprungs. Dies ist wichtig zu wissen, denn die Eizelle ist nach ihrem Eisprung nur für etwa 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig.
Bereits kurz vor dem Eisprung wird der Schleim, der den Gebärmutterhalskanal auskleidet, wässrig, klar und für Spermien besonders gut durchlässig. Ein Eibläschen (selten auch mehrere) entwickelt sich im Eierstock zum Leitfollikel und wird beim Eisprung (Ovulation) in den Eierstock ausgestoßen. Die Eizelle wird mithilfe von Flimmerhärchen in die Gebärmutter transportiert. Dort kann sie sich bei geglückter Befruchtung in die Gebärmutterschleimhaut einnisten. Falls nicht, setzt nach weiteren 14 Tagen die Menstruationsblutung ein.
Die männlichen Spermien
Die Spermien müssen von guter Qualität sein, das heißt gesund und flink. Nach dem Samenerguss während des Geschlechtsaktes müssen die Spermien einen Weg von etwa 16 bis 18 cm bewältigen, um bis zur Eizelle zu gelangen. Flotte Samenzellen schaffen das in circa 30 Minuten. Sie folgen einer Spur chemischer Stoffe zielsicher und werden dabei von der Sogwirkung der Gebärmutter und des Eileiters unterstützt.
Ist der Zeitpunkt des Eisprungs noch nicht gekommen, können die Spermien in der Gebärmutter ausharren. Der Samen kann im Körper der Frau vergleichsweise lange überleben, mindestens vier Tage, häufig auch länger. Sex in den Tagen vor dem Eisprung kann daher auch zur Befruchtung führen.
Die Befruchtung
Das schnellste Spermium, das auf die Eizelle im Eileiter trifft, ihre Hülle durchdringt und mit dem Kern verschmilzt, hat gewonnen. Unmittelbar darauf verändert sich die chemische Zusammensetzung der Eizelle, um das Eindringen weiterer Spermien zu verhindern.
Die Eizelle beginnt sich nach einiger Zeit zu teilen und wandert schließlich weiter Richtung Gebärmutter. Gelingt es ihr dort, sich in die Schleimhaut einzunisten (Implantation), werden Hormone ausgeschüttet, die die körperlichen Veränderungen bei der Frau hervorrufen und so die Entwicklung des Embryos ermöglichen. Wird das Hormon HCG (humanes Choriongonadotropin) im Blut der Frau nachgewiesen, so besteht eine Schwangerschaft.
Mehrlingsschwangerschaft
Manchmal reifen zwei (oder mehr) Eizellen in den Eierstöcken heran und werden separat voneinander befruchtet. Nach erfolgreicher Einnistung in der Gebärmutter entwickeln sich dementsprechend zwei voneinander unabhängige Individuen, die sich so ähnlich sehen wie andere Geschwister auch. Dies sind zweieiige Zwillinge.
Bei eineiigen Zwillingen teilt sich die befruchtete Eizelle in zwei Zellkerne, die sich parallel weiterentwickeln. Diese Zwillinge haben dasselbe Erbgut und ähneln sich daher sehr.
Häufig sind Mehrlingsschwangerschaften mit drei oder mehr Embryonen das Ergebnis von künstlichen Befruchtungen oder hormonellen Stimulationen.
Günstige Bedingungen schaffen für die Befruchtung
Es gibt kein Patentrezept, um möglichst schnell schwanger zu werden. Allerdings können sich bestimmte Verhaltensmaßnahmen positiv auf die Fruchtbarkeit auswirken:
- Auch wenn es so einfach klingt, wer sich sehnlichst Kinder wünscht, schafft es nur mühsam: gelassen bleiben! Stress und psychische Angespanntheit sowie Sex nach Fruchtbarkeitsfahrplan sind kontraproduktiv. Genießen Sie die Zeit und richten Sie sich nach Ihrer Leidenschaft.
- Ein gesunder Lebenswandel: etwas Sport treiben, Über- oder Untergewicht bekämpfen, auf Rauschmittel verzichten (Alkohol und Zigaretten schaden auch schon vor Eintritt einer Schwangerschaft, härtere Drogen erst recht), vitaminreiche Ernährung
- Verzichten Sie auf Gleitmittel, denn manche haben eine spermienabtötende Wirkung. Auch Intimpflegeprodukte sind nicht angeraten, zumal sie die natürliche Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen können.
- Zu viel Koffein kann die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.
- Schlafen Sie viel!
- Speziell für die Frau: Nutzen Sie die Zeit zur Vorbereitung! Lassen Sie Impfungen auffrischen und nehmen Sie Folsäure ein, damit Ihr Speicher bei Eintritt der Schwangerschaft gleich gut gefüllt ist.
Viel Glück!
Autorin: Ariela Cataloluk

