
Erstausstattung
Was Babys und Eltern brauchen
Spätestens mit dem Kauf der Erstausstattung wird werdenden Eltern bewusst, dass so ein Kind einige Bedürfnisse hat und damit auch einige Kosten verursacht.
Daher kann es sinnvoll sein, sich eine Liste anzufertigen und Verwandte und Bekannte zu fragen, ob sie von ihren Kindern vielleicht noch Sachen übrig haben. Oder man schaut auf speziellen Babybasaren, die häufig im Herbst und Frühjahr angeboten werden.
Wer allerdings alles neu anschaffen kann und möchte, hat auch einen enormen Spielraum von recht günstig bis sündhaft teuer. Egal wie voll oder leer das Portemonnaie ist, achten Sie auf Qualität und Sicherheit.
Kleidung
Die Kleidergröße von Babys und Kindern entspricht etwa deren Länge in Zentimetern. Das heißt, ein Baby mit einer Geburtslänge von z.B. 52 cm wäre gut beraten, in die Kleidergröße 56 gesteckt zu werden. Die Zwerge wachsen allerdings gerade am Anfang so rasant, dass man getrost auch die nächste Größe, nämlich 62 dazu packen kann.
Die unterschiedlichen Marken unterscheiden sich oft im Schnitt, und 56 ist nicht gleich 56, aber das Phänomen kennen ja auch wir Erwachsenen. Manche Babys wachsen auch ungleichmäßig, soll heißen, der Rumpf wächst schneller als die Beine. Dann können Hosen in 62 gut passen, während bereits Oberteile in 68 angesagt sind.
Je nach Jahreszeit kann das Material etwas dicker oder etwas luftiger sein. Aber Vorsicht: Gerade am Anfang können Neugeborene ihre Temperatur nicht selber regulieren, deshalb sollten sie es schon angenehm warm haben. Der Nacken ist am besten geeignet, um die Temperatur des Säuglings einzuschätzen.
Für einige Kinder sind Wickelbodys und Wickeloberteile angenehmer, da sie nicht über den Kopf gezogen werden müssen. Es gibt Theorien, dass manche Babys von der Enge im Geburtskanal eine Art Platzangst entwickelt haben und daher mit großem Geschrei reagieren, wenn ihnen etwas über den Kopf gezogen wird.
Die Menge der entsprechenden Kleidungsstücke ist Geschmackssache, allerdings wird gerade anfangs viel verschmutzt durch erbrochene Milch oder weichen Stuhlgang bzw. Urin. Es gibt Tage, da kommt man aus dem Umziehen gar nicht heraus, daher lieber zu viele Klamotten als zu wenig. Wenn man in einer stressigen Phase auch noch dringend die Waschmaschine anschmeißen muss, kann es schnell chaotisch werden.
Filius-Tipp: Gerade bei Kindern von Allergiker-Eltern empfiehlt sich, auf Second-Hand-Kleidung zurückzugreifen. Je öfter die Kleidung gewaschen wurde, desto weniger allergieauslösende Schadstoffe finden sich in ihr. Neue Sachen müssen für alle Kinder vor dem ersten Tragen mindestens ein Mal gewaschen werden.
Was das Baby zum Anziehen braucht:
- fünf Strampler (mit Knöpfen an der Beininnenseite zum einfachen Windelwechseln)
- sechs bis acht Bodys (je nach Jahreszeit mit langem oder kurzem Arm)
- sechs bis acht Langarmshirts oder leichte Pullis
- zwei bis drei Hosen (mit oder ohne Fuß)
- vier bis fünf einteilige Schlafanzüge, ganz durchgeknöpft
- Söckchen nur bedingt, da die Füßchen schnell schwitzen
- Jacke, Mütze, Handschuhe, je nach Jahreszeit ein Schneeanzug
- Filius-Tipp: Gallseife am Stück ist Gold wert! Gerade am Anfang geht beim großen Geschäft oder beim Essen häufig etwas daneben. Das Baby wird deshalb oft umgezogen, und die Flecken müssen entsprechend vorbehandelt werden. Gallseife ist ein natürliches Produkt und wird in den feuchten Stoff eingerieben. Entweder wäscht man den Fleck mit der Hand raus oder gibt das Wäschestück so in die Maschine.
Schlafen
Gerade in den ersten Lebensmonaten ist es angeraten, das Kind im Elternschlafzimmer schlafen zu lassen. Ein Beistellbett, das mit seiner offenen Seite direkt an das Elternbett angrenzt, ist gerade bei Stillkindern eine sehr praktische Sache. Das hungrige Baby kann in Windeseile an die Brust gelegt werden. Nach einem Kaiserschnitt und der damit anfänglich verbundenen Immobilität kann frau ihr Kind auch nachts mit einem Handgriff erreichen und muss sich nicht erst mühselig aus dem Bett bewegen.Aber ein Gitterbettchen oder ein Stubenwagen sind genauso geeignet, das Kind schlafen zu lassen. Ein eigenes Bettchen sollte es schon sein, obwohl manche Stimmen auch wieder zum Familienbett tendieren. Die größte Gefahr besteht darin, dem Neugeborenen irgendwie die Atemwege zu bedecken und den freien Luftzug einzuschränken, das begünstigt den plötzlichen Kindstod. Daher sollte auch im separaten Kinderbettchen auf Nestchen und Kuscheltiere verzichtet werden.Die optimale Schlaftemperatur im Zimmer beträgt 18 Grad. Decken und Mützchen sind nachts nicht empfohlen, und das Baby sollte in einem gut sitzenden Schlafsack stecken. Wasserdichte Bettunterlagen und Lammfelle können zu Überhitzung und damit auch zum plötzlichen Kindstod führen, und ein Kissen wird noch nicht benötigt.
Die Schlafutensilien bestehen aus:
- Bettchen (Stubenwagen, Gitter- oder Beistellbett)
- eine gute Matratze (bei Allergiker-Kindern keine Kokosfaser)
- drei bis vier Spannbettlaken
- zwei bis drei Schlafsäcke (je nach Jahreszeit mit Innensack)
- eine Spieluhr
- evtl. drei bis vier Schnuller mit Schnullerkette

Pflege und Hygiene
Babys müssen gewickelt werden, worin auch immer. Ob man sie in Stoff- oder Wegwerfwindeln steckt, ist Geschmackssache, aber bis zum Sauber werden mit circa 2 ½ Jahren wickeln wir sie mindestens 3000 Mal!
Von den Wegwerfwindeln ausgehend, sollten Sie nicht zu viele in der Neugeborenengröße bunkern. Die Zwerge wachsen wirklich rasant am Anfang, daher sollte man besser auch die nächste Windelgröße vorrätig haben. Um die zarte Babyhaut nicht mit Urin und Kot zu reizen, windelt man besser zu häufig als zu selten.
Die Pflegeprodukte sollten parfüm- und konservierungsstofffrei sein, jene könnten Allergien auslösen. Viele Babymarken bieten daher eine Sensitivreihe an, auch die Eigenmarken von Drogerieketten haben diese im Programm. Bei vielen Firmen kann man sich im Internet zu einem Babybonusprogramm anmelden und bekommt Proben oder Gutscheine zugeschickt (z.B. Hipp, Alete, Pampers, dm, Rossmann, Müller, real).
Mit dem Baden zu Anfang zurückhalten, die zarte Haut wird unnötig irritiert. Höchstens ein Mal pro Woche baden, als Badezusatz vielleicht etwas Muttermilch. Der Intimbereich wird ohnehin –zig mal gesäubert am Tag, das Gesicht kann man mit einem feucht-warmen Waschlappen sanft reinigen und manchmal sammelt sich noch etwas Knies in Körperfalten, z.B. am Hals oder in den Achseln.
- Windeln (an den Gewichtsangaben orientieren und auch die nächste Größe im Haus haben)
- Feuchttücher in der Spenderbox
- Trockentücher (gerade die Falten nach der feuchten Reinigung gut trocken tupfen)
- Wegwerfwickelunterlagen
- Wundschutzcreme für den Po (Filius-Tipp: Weleda „Calendula Babycreme“ für den Windelbereich)
- Fettcreme für das Gesicht, speziell im Winter
- Bei Milchschorf weiche Babybürste sowie Babyöl
- Babynagelschere
- Fieberthermometer
- Heizstrahler über der Wickelkommode (nicht notwendig, aber gerade im Winter super)
- Babybadewanne, Badethermometer und zwei Kapuzenbadetücher
Ernährung
Wenn Sie stillen wollen und können, ist die Ernährung relativ simpel und kostengünstig. Bei Pulvermilch braucht man eine gewisse Ausstattung, daher teilen wir hier die beiden Ernährungsformen auf.
Zum Stillen braucht man:
- Stilleinlagen (Einweg oder aus Wildseide), ggf. Milchauffangschalen, wenn sehr viel Milch ausläuft
- Drei bis vier Still-BHs
- Stilltee (für die Mutter, regt die Milchbildung an)
- Stillkissen
- Sechs bis acht Spucktücher (Mullwindeln)
- Für den Notfall, dass die Milch mal nicht zur Verfügung steht: ein Fläschchen mit Sauger Größe 1 für Milch und eine Probepackung Pre-Milch
Für die Ersatzmilchfütterung notwendig:
- Pre-Milch (bei Allergikerkindern Hypoallergene Pre-Milch, genannt HA)
- Vier bis fünf Glasfläschchen (Glas leitet besser als Kunststoff und man kann die Milchtemperatur schneller nachregulieren)
- Sechs Sauger Größe 1 für Milch
- Flaschenbürste und Saugerbürste
- Dampfvaporisator (sehr hilfreich und zeitsparend zum Sterilisieren der Trinkutensilien, geht auch im Topf mit kochendem Wasser)
- Flaschenwärmer (geht auch im heißen Wasserbad)
- Sechs bis acht Spucktücher (Mullwindeln)
Mit Baby unterwegs
Frische Luft ist auch für Neugeborene wunderbar, deshalb sollten Sie nach einer kurzen Eingewöhnungsphase zuhause sich und Ihr Kind an tägliche Spaziergänge gewöhnen. Natürlich nur, wenn alle Beteiligten gesund sind und das Baby kuschelig warm eingepackt und vor der Witterung geschützt wird. Das bedeutet, Sonne, Niederschlag und Wind sollten Ihr Kind nicht erreichen, damit seine Körpertemperatur konstant bleibt.
Draußen braucht das Kind:
- Autobabyschale (auf ein aktuelles Modell achten, manchmal ändern sich die gesetzlichen Bestimmungen)
- Kinderwagen mit Sonnenschirm und Regenschutz
- Ggf. eine zusätzliche Matratze für den Kinderwagen, wenn die Liegefläche etwas zu hart oder dünn ist
- Eine Decke oder einen Fußsack zum Einmummeln, je nach Witterung
- Wer mag, kann sich eine Tragehilfe zulegen, um das Kind am Körper zu haben. Unruhige Babys werden so meist ausgeglichener. Das Tragen ist eine sehr natürliche Form, ein Kind mit sich zu führen, man denke nur an ursprünglichere Kulturen wie Indios oder Afrikaner. In unserer zivilisierten Gesellschaft geht der Trend auch wieder zu den Wurzeln zurück, mit dem entsprechenden Equipment: im Tragetuch, im Tragesack oder in der Babytrage. Lassen Sie sich im Fachhandel dazu gut beraten.
- Wickeltasche (je nach Länge des Ausflugs mit entsprechender Wechselkleidung, Windeln und Trinkzubehör ausgerüstet)
- Reisebett bei Über-Nacht-Besuchen
Autorin: Ariela Cataloluk

